Interview mit dem Autor Dr. Mark Henning

Der Autor Dr. Mark Henning ist im Saarland geboren und aufgewachsen. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er studierte und promovierte im Bereich Werkstoffwissenschaften an der Universität des Saarlandes. In seiner Freizeit arbeitet er als Autor. 

 

Hallo, Mark! Du arbeitest derzeit an einem Fantasy-Roman und an dem Konzept für eine neue Cartoon-Serie. Vielleicht erzählst Du kurz, worum es dabei geht.

 

Mein Roman spielt in einer Welt, die dem Spätmittelalter ähnelt. Er handelt von Fred Poe, der manchmal gegen seinen Willen in die Zukunft sieht. Das bringt ihm bloß Scherereien ein, weshalb er versucht davor zu fliehen. Fred, ein Landei, das nie zuvor sein kleines Dorf verlassen hat, landet schließlich in der Großstadt Nimmburg. Und da fängt der Schlamassel erst richtig an, denn Fred kommt mit dem Stadtleben zunächst nicht zurecht. Und dann sind da noch diese Prophezeiungen... Bei der Cartoon-Reihe geht es um eine Eule, die auf dem untersten Ast eines Baumes lebt. Der Baum ist wie ein Hochhaus, und umso höher der soziale Status des Bewohners, desto höher liegt der Ast, auf dem er wohnt. Die Eule spiegelt also den kleinen Mann auf der Straße wider, der ja auch manchmal den Mist von "denen da oben" ausbaden muss. Ein Name für die Eule ist allerdings noch nicht gefunden. Bei der Cartoon-Reihe wird derzeit noch an der zeichnerischen Umsetzung gearbeitet.

 

 

Wie lange, denkst Du, wird das dauern? Wie weit ist das Buch?

 

Bei Cartoons ist es wichtig, dass die Charaktere schlicht, aber ansprechend aussehen. Das erfordert seine Zeit. Ich hoffe, dass die ersten Cartoons im Frühjahr fertig sind. Das Buch soll im Sommer fertig sein. Wann es erscheint, hängt davon ab, wie schnell ich einen Verleger dafür finde.

 

 

Nun bist Du ja eigentlich Werkstoffwissenschaftler. Wie kommt so jemand zum Schreiben?

 

Meine ersten Comics habe ich in der Grundschule gezeichnet. Und es anschließend wieder sein lassen. Ich zeichne nämlich grottenschlecht. Mit 9 Jahren verfiel ich dem Fantasy-Rollenspiel und habe dutzende Abenteuer geschrieben. Das ist wie ein Exposé. Und das Buch schreibt man in Echtzeit, wenn man den anderen Spielern am Tisch die Geschichte erzählt. Vor sechs Jahren hat sich unsere Spielerrunde aber aufgelöst. Ich habe dann aus Fotos meiner Kinder Bücher mit ca. 400 Foto-Cartoons gemacht. Parallel dazu ist mir die Idee zu meinem Roman gekommen. Durch Zufall bin ich kurz vor Weihnachten auf eine talentierte Zeichnerin gestoßen. Sie hatte mir ein paar Eulenbilder gezeigt, und ich meinte: "He, daraus könnte man doch eine Cartoon-Reihe machen!"

 

 

Woher hast Du denn die Ideen zu Deinen Geschichten?

 

Keine Ahnung. Die Ideen finden mich. Und belagern mein Hirn nachts solange, bis ich nachgebe und sie umsetze.

 

 

Ein Buch wollen viele mal schreiben, aber nur wenige tun es auch.

 

Vielleicht mit Recht. Es grenzt schon an Masochismus.

Das Schreiben läuft bei mir ungefähr so ab:

Tag x: (Zweistündiges Herumhacken auf der Tastatur) Wow! Was für ein fulminantes Kapitel!

Tag x+1: (Bevor ich neues Schreibe, wird das vom Tag davor Korrektur gelesen...) Oh Gott! Welcher Kretin hat denn DAS verfasst!? (...und neu geschrieben)

Monate später: Das Buch liegt in erster Fassung vor. Korrekturlesung des Buchs als Ganzes. Vereinzelt kommt es vor, dass ganze Wörter erhalten bleiben. Der Rest wird neu geschrieben.

Monate später: Die zweite Fassung des Buchs wird überarbeitet. Ist zumindest lesbar. Aber trotzdem: Gut die Hälfte des Textes wird nochmals neu formuliert.

Monate später: Die dritte Fassung ist dann soweit, dass ich mich traue, meiner Frau die ersten Seiten zum Probelesen zu geben. Wurde auch Zeit. Sie war nahe dran, die Scheidung einzureichen.

 

 

Nun, das kann bei einem Cartoon zum Glück nicht passieren.

 

Stimmt, der ist schneller fertig.

Das ist aber auch zugleich das faszinierende an Cartoons: Man verdichtet eine Idee so lange, bis nur noch das Wesentliche übrig bleibt.

 

 

Wie heißen Deine 3 Lieblingsbücher?

 

Ich bin ein großer Fan von Terry Pratchett, insbesondere sein Buch "Strata" fand ich ganz große Klasse; die Geschichte hat einige "Aha-Effekte", die - und das ist selten - nicht schon x Mal von jemand anderem vorgekaut wurden. Dieter Hildebrandts Autobiografie "Ich mußte immer lachen" fand ich sehr stimmungsvoll geschrieben. Und dann noch "Kümmert Sie, was andere Leute denken?" von Richard P. Feynman und Gerda Kunz. Ein unscheinbares Buch, das mich aber sehr positiv überrascht hat.

 

 

Wo kann man mehr zu dir erfahren?

 

Ich habe derzeit vorwiegend zwei Webseiten. Auf www.mark-henning.de geht es um Software für Musik und Wissenschaft. Und www.homolog.de ist mein kleines Hobby-Sammelbecken.

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